“This is Sri Ammani!” - Eine wundersame Begegnung

Wunderbare Gelegenheiten können uns überall begegnen. So wie mir letzte Woche bei der Post.

Am schwarzen Brett, das immer über und über mit Flyern behängt ist, springt mir einer besonders ins Auge: Healing, Resting and Awakening mit Sri Ammani.

Sri Ammani

Eine indische Frau mit strahlenden Augen lächelte mich an. Die rote Kleidung verrät mir, dass sie den tantrischen Shakti Marga, den Weg der Shakti, geht. Sie lebt in Tiruvanamalai, dem Ort in Indien, den ich auf unserer Pilgerreise am kraftvollsten erlebt habe. Und sie kommt nach Karlsruhe.

Ich fühle mich gerufen.

Also sitze ich einige Tage später mit ihr in einem Karlsruher Vorort zusammen mit sieben anderen Menschen in einem kleinen, gemütlichen Raum einer Begegnungsstätte.

Es ist still. Nicht die Art von unruhiger Stille, die nur darauf wartet, gefüllt zu werden. Die Art von tiefer und friedlicher Stille, die sich danach anfühlt, nach Hause zu kommen.

Der Abend wird mit ein paar organisatorischen Worten eröffnet. Sri Ammani fragt den Initiator, ob er sie noch vorstellen möchte und erzählen will, wo er sie kennengelernt hat. Er strahlt über das ganze Gesicht, deutet auf sie und sagt in die Runde: “This is Sri Ammani.” 

Er sei ihr vor eineinhalb Jahren begegnet und seitdem ehrlicherweise ein bisschen abhängig von ihrer Präsenz. Dabei lässt er es bewenden und das ist gut so.

Sri Ammani sagt: “We pray.” And we pray.

Dann sagt sie uns, wir werden noch ein paar Minuten in Stille sitzen. Aus ein paar Minuten werden 45, die wie im Flug vergehen. Sri Ammani gibt Shaktipat, eine traditionelle Methode heiliger Übertragung von Lehrer:in zu Schüler:in, bei der durch pure Präsenz Lebensenergie, Liebe und Mitgefühl weitergegeben werden.

In dieser tiefen Stille spüre ich, wie alte Samskaras, alte Themen hochkommen und sich lösen.

Schicht für Schicht. Teilweise nehme ich es somatisch in unterschiedlichen Körperbereichen wahr. Teilweise sind es Erinnerungen, die plötzlich nicht mehr das altbekannte Gefühl der Scham in mir wecken, sondern etwas Zartes, Mitfühlendes und Liebevolles.

Als sie den Raum für Austausch öffnet, nehme ich mit klopfendem Herzen das Mikrofon. 

Meine Stimme hallt durch den kleinen Raum mit der Handvoll Menschen:

Ich habe lange nach meinem Zuhause gesucht, bevor ich es gefunden habe. Und ich dachte lange, ich könne es erst betreten, wenn ich alles abgelegt hätte, was mir nicht würdig erschien.

Und das war in der Essenz ein Großteil meiner Menschlichkeit, die ich gelernt hatte, zu verurteilen: meine großen Emotionen, meine Intensität, meine Lautstärke, meine Präsenz, mein Wollen, meine Sehnsucht, mein Bemühen.

Heute stelle ich fest: Genau hier, zuhause in dieser Stille, kann all das, von dem ich glaubte, ich müsste es loswerden, endlich sein, ist es willkommen, war es nie etwas anderes als geliebt.

Sri Ammani lächelt mich an mit ihrem klaren Blick, von dem ich mich nicht abwenden kann, nicht abwenden möchte. 

Sie sagt mit dem indischen Akzent, den ich sehr liebe: „Dass wir uns von der Natur, von unserer Natur trennen, ist genau das, was zu so viel Konflikt, Einsamkeit und Leid führt. Wenn wir uns als Teil der Natur verstehen, gibt es keinen Ort, an den wir gehen können, an dem wir nicht zuhause sind.“

Wenn sie über Gott spricht, spricht sie über alles. Eine Frau sagt, im Herzen wisse sie, was Gott sei, aber ihre Gedanken würden sie zweifeln lassen.

Auch daraufhin lächelt Sri Ammani. Sie macht eine Geste, die den gesamten Raum einschließt, und sagt: 

„Schau dich um, siehst du irgendwas, was nicht Gott ist?“

Ob du Gott sagst, von göttlichem Bewusstsein oder von deiner natürlichen Essenz sprichst, es kommt alles auf ein und dasselbe raus: zuhause!

In unserer komplexen und vielschichtigen Welt können wir uns kaum vorstellen, dass es so einfach sein kann. Dass wir jetzt und hier nach Hause kommen können, an einen Ort, der immer da ist, immer da war und der sich absolut sicher und friedlich anfühlt.

Das ist Freiheit. Eine Freiheit, die ich mir, wenn ich meine Journaleinträge von 2022 lese, vor ein paar Jahren noch nicht hätte vorstellen können.

Alles, was es braucht, ist die Bereitschaft, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen und das Herz zu öffnen.

Die Teilnehmenden beim letzten Retreat.

Finde dieses Zuhause in dir zusammen mit Stefan und mir beim Coming-Home-Retreat am 21.11. im studio FLY in der Karlsruher Weststadt.

Es ist Raum für 9 Teilnehmende, 5 Plätze sind bereits vergeben.

Wir freuen uns von Herzen, wenn du dabei bist und die Gruppe bereicherst.

Ich freue mich auf Dich!

Josefine

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Verantwortung heißt: antworten können